social media

facebook, xing, google+, youtube oder twitter – entscheidungshilfe für unternehmer

facebook-like-76535das ist ja so eine sache mit den sozialen medien. von allen seiten hören sie, dass sie dort unbedingt präsent sein müssen und dass sie ansonsten online keinen erfolg haben werden. ich sehe das (im moment noch) nicht ganz so dramatisch. fakt ist aber: mit dem passenden engagement in dem für sie passenden sozialen netzwerk können sie neukunden gewinnen und bestehende kunden binden.

bitte sehen sie mir nach, dass ich im rahmen des nachfolgenden artikels die funktionen und eigenschaften der netzwerke nur streifen kann.

welches soziale netzwerk („social media“) ist nun für sie relevant?

grundsätzlich ist entscheidend, wer ihre zielgruppe ist und wo sie sich aufhält. facebook nutzt ihnen nicht, wenn sich ihre zielgruppe dort nicht aufhält. natürlich gibt es auch branchen, in denen sich engagement in sozialen netzwerken von vorneherein nicht anbietet.

soziale netzwerke als vertriebskanal

eben nicht. die sozialen medien sind kein weiterer vertriebskanal. wer dort nur plump seine neuen produkte veröffentlicht, müllt seine interessenten/kunden zu, schadet seinem image und verärgert seine fans (facebook), follower (twitter), freunde (facebook), kreise (google+), kontakte (xing) oder abonnenten (youtube).

bedenken sie immer: ihre interessenten/kunden erlauben ihnen, auf sich aufmerksam zu machen. diese erlaubnis dürfen sie nicht für nervige produktwerbung mißbrauchen. ihre inhalte sollten möglichst einen nutzen oder zumindest etwas unterhaltsamens für ihre fans darstellen. in ausnahmen kann der nutzen auch daraus bestehen, immer mit neuen angeboten auf dem laufenden zu bleiben. meist erwarten aber ihre fans, dass sie mehr von ihrer firma und die personen dahinter erfahren. es geht hier nicht zuletzt um die menschen hinter dem produkt.

in welchem sozialen netzwerk bewegt sich ihre zielgruppe?

versuchen sie herauszufinden, wo sie ihre zielgruppe am besten erreichen.
pauschal kann ich sagen, dass facebook bei b2c produkten (also business-to-customer) meist am passendsten ist. dort finden sie eine menge „endverbraucher“), die sie über verschiedene maßnahmen erreichen können.
anders sieht es aus, wenn sie firmen erreichen wollen (also b2b). hier würde ich ihnen eher zu xing und google+ raten.
google+ ist dabei noch in meinen augen speziell auf die sehr internet-affinen benutzer ausgerichtet. xing hingegen wird sehr stark für das personal-recruiting genutzt.

jetzt aber mal zu den einzelnen netzwerken:

wann passt xing für sie?

xing ist ein b2b-netzwerk. hier finden sie viele berater, coaches, finanzdienstleister, personaler, usw. aber auch angestellte, freiberufler, manager, usw.

möglichkeiten ihres engagements auf xing:

  • ein persönliches profil zur selbstdarstellung einrichten
  • teilen sie interessantes für ihre xing-kontakt unter „neuigkeiten“
  • recherchieren sie potentielle kunden oder vertriebspartner über die „erweiterte suche“
  • engagieren sie sich in xing-„gruppen“ (diese gruppen gibt es zu sehr vielen themen – schauen sie, ob sie eine passende gruppe finden, in der sich ihre zielgruppe aufhält)
  • veröffentlichen sie wertvolle beiträge unter xing-„themen“
  • veranstaltungen einrichten und ihren kontakten bekannt machen
  • eine unternehmensseite einrichten, deren neuigkeiten andere xing-nutzer abonnieren können

warum xing grundsätzlich wichtig ist

in xing sollten sie generell ein profil, wenn nicht sogar eine bezahlte mitgliedschaft einrichten. xing eignet sich zum einen als „selbstpflegendes“ adressbuch und zum anderen als hervorragendes kontakt-recherche-tool.
ein gepflegtes xing-profil gehört mittlerweile genaus dazu, wie eine visitenkarte.

wenn sie noch kein profil bei xing haben

über den folgenden empfehlungslink erhalten sie einen kostenlosen premium-monat bei xing (dies geht nicht automatisch in eine bezahlmitgliedschaft über!):
https://www.xing.com/go/invite/3250188

beispiel für ein xing-profil:
http://www.xing.com/profile/frank_katzer

weitere informationen zu xing vom xing-experten joachim ruhmor:
http://www.rumohr.de/blog/

wann passt facebook für sie?

wenn sie vorrangig produkte/leistungen an endverbraucher verkaufen, ist facebook in aller regel sehr interessant für sie.

möglichkeiten ihres engagements bei facebook

ich sage hier bewusst nicht „werbemöglichkeiten“. sie müssen interessante inhalte liefern und facebook-nutzern weiterhelfen.
auf facebook können sie folgende marketing-instrumente nutzen:

  • eine unternehmens-seite einrichten, bei der ihre interessenten und kunden „gefällt mir“ klicken können (so abonnieren fans aktuelle informationen aus ihrer firma)
  • ihre unternehmes-seite mit verschiedenen maßnahmen aktiv bewerben (z.b. beiträge durch bezahlung hervorheben oder anzeigen schalten)
  • veranstaltungen anlegen
  • sich in gruppen engagieren
  • gewinnspiele/wettbewerbe veranstalten
  • einen shop in facebook einrichten
  • und durch die erweiterbarkeit der facebook-unternehmens-seiten können sie jede erdenkliche anwendung in ihre seite integrieren
  • und und und…

bei der anzeigenschaltung haben sie in facebook den unschätzbaren vorteil, dass facebook sehr viel über seine nutzer weiß. so können sie sehr gezielt werbeanzeigen schalten, ohne große streuverluste.

warum facebook für sie wichtig sein könnte?
da erzähle ich ihnen nichts neues: die schiere nutzerzahl (über eine milliarde) macht facebook sehr interessant für unternehmen. auch die gezielten möglichkeiten der bewerbung ihrer produkte sind bei facebook einzigartig.

sollten sie tatsächlich noch nicht auf facebook als nutzer angemeldet sein:
https://www.facebook.com

 

wann ist google+ etwas für sie?

google+, als konkurrent zu facebook verschrien, hat aber meines erachtens eher eine nutzer-teilmenge mit facebook.
für den start ihres engagements in sozialen netzwerken halte ich google+ für weniger passend. z.zt. gibt es hier keine werbeformen vergleichbar mit facebook.
aber: wenn sie z.b. einen (firmen-)blog betreiben, ist ein engagement oder zumindest ein vollständiges profil auf google+ ein muss.

ein guter einstieg bei google+ gelingt ihnen am besten über folgende vorgehensweise:

  • suchen sie „comminities“, wo sie als experte helfen können
  • beantworten sie fragen von anfängern in der jeweiligen community
  • peau á peau werden sie so von anderen „eingekreist“ (das heisst: in deren kontaktliste aufgenommen) und bauen so interessante und wertvolle kontakte auf

das schöne an google+ ist unter anderem, dass man nicht mit anderen gleich befreundet sein muss. ich kann als google+-nutzer die öffentlich geschriebenen beiträge eines interessanten nutzers abonnieren, in dem ich ihn zu einem meiner kreise hinzufüge. ich kann z.b. einen kreis mit dem namen „inspiration“ anlegen und packe dort alle nutzer hinein, die mich mit neuen informationen versorgen…

nicht dass sie mich falsch verstehen: google+ ist ein hervorragendes netzwerk mit qualitativ hochwertigen beiträgen und engagierte nutzern. hier sind nicht so viele „trolle“ unterwegs, wie auf facebook.
aber aus unternehmerischer sicht, würde ich ihnen empfehlen, sich erstmal mehr auf facebook zu bewegen und erfahrungen zu sammeln.

zur nutzung von google+ benötigen sie ein kostenloses google-konto:
https://accounts.google.com/SignUp?hl=de

beispiel einer google+ profilseite und der entsprechenden beiträge:
https://plus.google.com/110118420522240380624/about
https://plus.google.com/u/0/110118420522240380624/posts

 

wann sollten sie sich twitter antun?

z.b. wenn ihnen der direkte austausch mit personen wichtig ist, an die sie sonst nie herankämen. oder, was für ihr unternehmen sicherlich wichtiger ist: wenn ihnen zeitnaher und direkter kontakt zu ihren interessenten/kunden wichtig ist, ist twitter relevant für sie. aber natürlich nur, wenn sich ihre zielgruppe auf twitter befindet.

eine beschreibung, wie sie twitter am besten nutzen, um ihre ziele zu erreichen, sprengt den rahmen dieses artikels. twitter ist meiner ansicht nach sehr gewöhnungsbedürftig, da hier einige besonderheiten zu beachten sind.

und jetzt: youtube

sie wundern sich, warum youtube in meiner liste der sozialen netzwerke auftaucht? auf youtube können sie beiträge (also filme) von anderen kommentieren. sie können kanäle anderer nutzer abonnieren, usw. also alles, was ein soziales netzwerk ausmacht…

eines macht youtube vor alle dem besonders interessant:

youtube ist die zweitgrößte suchmaschine weltweit!

folgendes können sie mit hilfe von youtube optimieren oder erreichen:

  • sollten sie bereits videos zu ihren produkten haben, stellen sie diese auf youtube online und binden sie diese dann in ihre website ein.
  • wenn sie software-vertreiben: erstellen sie sog. screencast-videos (videos auf welchen der bildschirm aufgezeichnet wird) und erklären sie mit hilfe eines sprechers ihre software
  • trainer, berater, coaches: präsentieren sie ihre coaching programme auf youtube!
  • produkt-hersteller: demonstrieren sie ihre produkte, geben sie pflegehinweise, usw. — die möglichkeiten sind grenzenlos, wie sie ihren interessenten hier support leisten können

youtube wird noch viel zu selten von firmen genutzt.
es finden sich sicherlich zig sinnvoelle anwendungen, wie sie youtube für sich nutzen können.

und… haben sie keine angst selbst ein video zu produzieren: es muss nicht perfekt sein — hauptsache sie machen!

» mein artikeltipp: 7 tipps für ihr erstes produktvideo im internet
» und noch was passendes grundsätzliches von gitte härter: seien sie unperfekt!

fazit

ich hoffe, ich habe sie hier nicht zu sehr überschüttet mit den infos zu den einzelnen plattformen. sicherlich muss man hier bei vielen punkten auch noch mehr ins detail gehen als es dieser artikel jetzt möglich macht. ein tipp: probieren sie aus!

natürlich kostet es zeit, aber das marketing von morgen (und heute) wird ohne soziale netzwerke kaum noch auskommen. das fernsehen, zeitung, radio werden weiter an bedeutung verlieren. sie werden ihre zielgruppe nicht mehr mit massiver werbung mit riesigen streuverlusten erreichen. sie erreichen ihre zielgruppe, in dem sie relevante, nützliche, hilfreiche, lehrreiche, unterhaltsame informationen liefern. punkt.

Bild- und Grafikquellen: “Facebook-Like”: Pixabay.com (Public Domain)

3 Kommentare zu “facebook, xing, google+, youtube oder twitter – entscheidungshilfe für unternehmer

  1. Vielen Dank für diese strukturierte Information.

    So gut habe ich das selten im Überblick gelesen.

    Viele Grüße

    Jörg Mann

  2. Schöne Zusammenstellung! Ich habe lange überlegt und meinen Schwerpunkt auf facebook gelegt.

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